Kann man nach einer Eileiterschwangerschaft noch „normal“ schwanger werden?

Schwangerschaft nach EileiterschwangerschaftKurz vorweg die gute Nachricht: Ja, das ist durchaus möglich! Man muss jedoch dazu sagen, dass das Risiko für die Entwicklung einer erneuten Eileiterschwangerschaft danach steigt.

Der Umgang mit diesem Risiko fällt von Patientin zu Patientin sehr unterschiedlich aus und ist natürlich auch abhängig von sehr individuellen Faktoren. Manchmal können Eileiterdurchlässigkeitsprüfungen bei der Einschätzung helfen, wie hoch das Risiko für eine erneute Eileiterschwangerschaft ist oder sogar das Problem beheben. Oft ist aber gar nicht richtig klar, warum es überhaupt zu einer Eileiterschwangerschaft kam.

Faktor „entfernter Eileiter“

Ist der Eileiter in Folge der Eileiterschwangerschaft bereits geschädigt, wird der Eileiter mit der Entfernung der Eileiterschwangerschaft ebenfalls entfernt. Dann hast du zwar noch einen Eierstock, jedoch keine „Verbindung“ zwischen Eierstock und Gebärmutter mehr.

Infolge dessen können die Eibläschen in dem betroffenen Eierstock auch nicht mehr auf natürlichem Wege befruchtet werden. Schließlich haben die Spermien keine Möglichkeit mehr, zum Eierstock und zum Eibläschen zu gelangen.

Auf natürlichem Weg kannst du nun nur noch schwanger werden, wenn sich das Eibläschen in deinem anderen Eierstock befindet, der über den Eileiter noch mit der Gebärmutter verbunden ist. Das bedeutet entweder, dass ihr es „auf gut Glück“ in jedem Zyklus versucht oder du dich regelmäßig kurz vorm Eisprung bei deinem Gynäkologen vorstellst und im Ultraschall festgestellt wird, auf welcher Seite sich ein Eibläschen bildet.

Option: In Vitro Fertilisation (IVF)

Die andere Möglichkeit ist, die In Vitro Fertilisation (kurz IVF) in Betracht zu ziehen. Mit dieser Methode kannst du das Risiko einer erneuten Eileiterschwangerschaft nahezu komplett umgehen. Deshalb nutzen diese Methode vor allem Frauen, die bereits mehrerer Eileiterschwangerschaften hinter sich haben oder Frauen, bei denen klar ist, dass die Eileiter schlichtweg nicht durchlässig genug sind.

Was passiert bei einer IVF? Kurz erklärt, muss die Frau sich hierbei zum Zyklusbeginn Hormone spritzen, die die Reifung mehrerer Eibläschen in den Eierstöcken ermöglichen. Kurz vor dem errechneten Eisprung, wenn bereits mehrere Eibläschen in geeigneter Größe herangewachsen sind, werden wiederum Hormone gespritzt, die das Springen der Eibläschen verhindern. Zu einem errechneten Termin, der eigentlichen IVF, werden ca. 48 Stunden vorher dann weitere Hormone gespritzt, die das Springen der Eibläschen einleiten.

Innerhalb der IVF werden der Frau unter einer kurzen Narkose schließlich die Eibläschen durch die Scheide entnommen. Die Befruchtung dieser Eibläschen erfolgt dann in einem „Glas“ (= „in vitro“) außerhalb des Körpers der Frau.

Damit der Körper der Frau in den darauffolgenden Tagen weiterhin auf „Schwangerschaftskurs“ gehalten wird, muss nun Progesteron (Gelbkörperhormon) verabreicht werden. Progesteron produziert der Körper selbst in größeren Mengen, wenn eine Schwangerschaft vorhanden ist. Da sich die befruchtetet Eizellen aber gerade nicht im Körper der Frau befinden, wird das Progesteron von außen zugeführt, sodass sich der Körper auf die Schwangerschaft einstellt und die Gebärmutter so aufgebaut wird, dass sich die befruchtetet Eizelle dort auch gut einnisten kann und der Körper die Schangerschwaft anschließend hält.

Nach ein paar Tagen werden je nach Wunsch und Absprache mit der Frau ein oder zwei befruchtete Eizellen direkt in die Gebärmutter eingesetzt.

Danach heißt es „abwarten“ bis zum Schwangerschaftstest.

Der Vorteil dieser Methode ist jedoch, dass die Eileiter im Grunde gar keine Rolle mehr spielen und dieser Risikofaktor zu einem sehr, sehr hohen Anteil ausgeschlossen werden kann.

Kinderglück trotz Eileiterschwangerschaft

Natürlich ist es auch möglich, trotz einer vorangegangenen Eileiterschwangerschaft Nachwuchs zu bekommen und all die schönen Dinge zu durchleben, wie es alle anderen Eltern auch tun.

Emotionen, Ängste und Sorgen spielen selbstverständlich bei jeder weiteren Schwangerschaft eine Rolle, wenn man bereits eine oder mehrere Eileiterschwangerschaften hinter sich hat.

Diese Sorgen sollte man weder als Schwangere noch als Partner verschweigen, sondern benennen. So kann man eine enorme Erleitchterung erfahren.

Wenn Reden schwer fällt, helfen vielleicht auch Tagebücher wie man sie auf der Webseite von schwangerschafts-tagebuch.de finden kann. Auch hier wird davon berichtet, dass das tägliche oder wöchentliche Aufschreiben von Gedanken und Ängsten durchaus dabei helfen kann, sich besonders in den unsicheren ersten Schwangerschaftswochen zu sortieren und zu entspannen.

Posted by eileiterschwangerschaft.net

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