Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Die Eileiterschwangerschaft ist eine Schwangerschaft, die im Eileiter stattfindet.

Üblicherweise durchwandert die befruchtete Eizelle den Eileiter und nistet sich nach ca. 3 bis 5 Tagen nach der Befruchtung in der Gebärmutter ein.

Bei der Eileiterschwangerschaft kann die befruchtete Eizelle jedoch nicht bis zur Gebärmutter vordringen und verharrt weiter im Eileiter.

Wächst die Eizelle dort weiter und kommt es nicht zu einem natürlichen und spontanten Schwangerschaftsabbruch (Tubarabort), spricht man von der Eileiterschwangerschaft.

In der Fachsprache der Medizinier nennt man die Eileiterschwangerschaft auch Tubargravidität oder auch Extrauteringravidität (kurz EUG).

Wobei die Extrauteringravidität in erster Linie eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter beschreibt und „Tubargravidität“ der exakte Fachbegriff für die Schwangerschaft im Eileiter ist. Hin und wieder kann es sein, dass du den Begriff „ektope Schwangerschaft“ liest oder hörst. Auch dieser Begriff beschreibt eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter.

Wird die Eileiterschwangerschaft nicht bzw. viel zu spät erkannt, kann sie für die schwangere Frau im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich werden.

Der Grund dafür liegt darin, dass die befruchtete Eizelle weiterhin wächst, der Eileiter aber sehr eng und nur wenig dehnbar ist. Das kann dazu führen, dass der Eileiter ab einer bestimmten Größe der befruchteten Eizelle reißt. Das nennt man Tubarruptur.

Das wiederum führt zu inneren Blutungen im Bauchraum der Schwangeren, die lebensbedrohlich sind.

Rein statistisch geht man davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft gegenüber „regulären“ Schwangerschaften bei ca. 1% bis 2% liegt.

 

Woran erkennt man eine Eileiterschwangerschaft?

Eine Eileiterschwangerschaft verläuft in den ersten Tagen und Wochen wie eine völlig normale Schwangerschaft. Die Menstruation bleibt aus. Der hcg-Wert steigt an und ein positiver Schwangerschaftstest zeigt dir: Du bist schwanger.

Wie bei einer gesunden Schwangerschaft kann dir hin und wieder übel werden, du hast Spannungsschmerzen in der Brust oder vielleicht auch einen verstärkten Harndrang.

Die ersten Anzeichen, dass es sich um eine Eileiterschwangerschaft handeln könnte, treten häufig erstmals in der 5. und 6. Schwangerschaftswoche auf.

Meistens sind das kleinere Blutungen, die entweder hell (frisches Blut) oder auch dunkler (älteres Blut) sein können. Da solche Blutungen aber durchaus auch mal innerhalb einer intakten Schwangerschaft auftreten, ist das nicht immer unbedingt ein Grund zur Sorge.

Dennoch solltest du solche Blutungen möglichst bald bei deinem Gynäkologen abklären lassen.

Kommen Unterleibsschmerzen hinzu – besonders stärkere und einseitige Schmerzen, ist es in jedem Fall an der Zeit, den Gynäkologen aufzusuchen.

In etwa ab der 6. Schwangerschaftswoche sollte auch eine kleine Fruchthöhle im Ultraschall zu sehen sein. Steigen deine hcg-Werte jedoch an, ohne dass dort eine Fruchthöhle zu sehen ist, kann dies ein deutliches Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt und sich die befruchtete Eizelle woanders befindet. 

Hier nochmal einige der Anzeichen einer Eileiterschwangerschaft im Überblick.

  • Blutungen (hell / dunkel)
  • Schmerzen im Unterleib – besonderes einseitige Schmerzen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Schwindelgefühle
  • erhöhte Temperatur
  • Ohnmacht
  • ein steigender hcg-Wert, der sich jedoch ungewöhnlich entwickelt
  • Durchfall

Bitte beachte, dass jeder Körper unterschiedlich tickt. Es kann sein, dass du ein paar dieser Symptome an dir bemerkst, aber gar keine Eileiterschwangerschaft hast. Es kann aber auch sein, dass du kaum Symptome hast, aber dennoch eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Bitte kläre dies immer unbedingt mit deinem Gynäkologen ab und stelle dich dort ggf. in Rhythmus von 2 bis 4 Tagen vor.

 

Wie verläuft einer Eileiterschwangerschaft im Vergleich zu einer normalen Schwangerschaft?

Für dich als Schwanger verläuft eine Eileiterschwangerschaft augescheinlich wie eine „normale“ Schwangerschaft. Oft um die 6 Schwangerschaftswoche herum treten jedoch eines oder mehrere der oben genannten Symptome auf.

Hast du das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, geh bitte umgehend zum Arzt deines Vertrauens und lass dich gründlich untersuchen. Das Problem ist häufig, dass die Eileiterschwangerschaft in vielen Fällen nicht direkt im Ultraschall erkennbar bzw. nur schwer erkennbar ist.

Werden deine Beschwerden jedoch heftiger, kannst du dich auch direkt an die Erste-Hilfe-Station in einem Krankenhaus wenden.

Was sind die Ursachen für eine Eileiterschwangerschaft?

Gründe für eine Eileiterschwangerschaft kann es mehrere geben. Unter anderem gehören dazu folgende:

  • beschädigte Eileiter durch bakterielle Entzündungen der Eileiter oder bspw. auch Blasenentzündungen
  • angeborene Defekte
  • Endometriose
  • Polypen im Eileiter